"Die Feier aller Feiern" nannte man im alten Russland das Osterfest

Автор работы: Пользователь скрыл имя, 07 Июня 2012 в 14:11, доклад

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Die Osterbräuche in Ost und West haben viel Gemeinsames, aber auch viele Besonderheiten. Wenn Sie die Russen fragen, was ihnen der Feiertag bedeutet, werden Sie kein Wort über Osterhase hören, sondern Osterkuchen, gefärbte Eier, der Ostergottesdienst und Friedhof.

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"Die Feier aller Feiern" nannte man im alten Russland das Osterfest. Und noch heute richten sich viele danach.

 Die Osterbräuche in Ost und West haben viel Gemeinsames, aber auch viele Besonderheiten. Wenn Sie die Russen fragen, was ihnen der Feiertag bedeutet, werden Sie kein Wort über Osterhase hören, sondern Osterkuchen, gefärbte Eier, der Ostergottesdienst und Friedhof.

Ostern säubert die Seele und die Gedanken und bringt jedem Frieden, Freude und Hoffnung. 

In Russland wird Ostern normalerweise später als im Westen gefeiert. Das passiert, weil das Osterdatum nach zwei voneinander abweichenden Kalendern berechnet wird. Dabei hält sich die russisch-orthodoxe Kirche an den altenJulianischen Kalender, während die westlichen Kirchen den Gregorianischen Kalender aus dem 16. Jahrhundert verwenden.

 Das russische Wort пасха [paskha] übrigens- stammt auch vom judischen Wort "Pessah"

Am "sauberen Donnerstag" werden Eier gefärbt und am Samstagfrische Osterkuchen zubereitet. Die Schwierigkeit dabei besteht darin, dass Samstag der strengste Tag des Großen Fastens ist, an dem man so gut wie gar nichts essen darf. 

Die Nacht zum Ostersonntag läutet das Ende der Fastenzeit ein. Beim großen Festgelage dürfen neben den bunten Eiern die typischen Osterspeisen Kulitsch und Paskha (Osterbrot mit Quark) auf keinen Fall fehlen. 

Sie werden am Samstag frisch zubereitet.

Schon am "sauberen Donnerstag" werden die Eier gefärbt. Traditionell werden Eier rot gefärbt. Heutzutage werden Eier an Ostern mit allen möglichen Farben und Verzierungen versehen - die Idee wurde also weiterentwickelt. Traditionell wird auch in Russland mit Zwiebelschalen gearbeitet, die den Eiern eine hell- bis dunkelbraune Farbe verleihen. Außerdem wurden die Eier früher auch häufig mit alten Wollfäden umwickelt und gekocht, um noch andere Färbungen zu erreichen. Es gibt sogar den russischen Glauben, dass, wer sich im eierfarbenen Wasser wäscht, im nächsten Jahr mit Gesundheit und Schönheit belohnt wird. Die Eier werden entgegen deutschen Brauchtums in Russland nicht versteckt und gesucht. Sie werden einfach als Geschenke überreicht und zwar an jeden Bekannten und Verwandten.

Traditionell nimmt man Osterkuchen und Eier mit in die Kirche, um sie zu weihen. Schon am Samstagabend versammeln sich festlich gekleidete Menschen, gläubige und Atheisten, Kinder und Erwachsene zu der festlichen Messe. Diese Tradition stammt von sehr alten Zeiten, wenn man geglaubt hat, dass die Teufelskreaturen in der Nacht vor Ostern besonders böse wurden. 

Der Gottesdienst am Abend vor Ostersonntag der wichtigste des ganzen Jahres. Doch diese mehrstündige Prozedur in der Osternacht erfordert von den Gläubigen einiges Durchhaltevermögen. Meist dauert er von halb zwölf Uhr nachts bis drei Uhr morgens. Sitzplätze gibt es in orthodoxen Gotteshäusern nur wenige.

Fast mystisch wirkt die Zeremonie auf den fremden Besucher. Gegen Mitternacht tritt der Geistliche mit einer großen Kerze in der Hand in die versammelten Reihen und spricht die nahezu magischen Worte "Christus ist auferstanden". Die Gläubigen antworten ihm im Chor: "Fürwahr, er ist auferstanden."

Ein wenig später schreitet der Pope gemäßigten Schrittes durch die Massen Richtung Ausgang. Es ist Zeit für den Kreuzgang. Er symbolisiert den Weg der Jünger, die dem auferstandenen Christus entgegen gingen. Zusammen mit seinen Gläubigen geht der Geistliche einmal um die Kirche - entgegen dem Uhrzeigersinn. Mitgeführt werden neben den Kerzen auch Flaggen, das Evangelium und die Ikone der Auferstehung Christus. Nach dem Gang um die Kirche wird der Gottesdienst fortgesetzt. 

Am Ostersonntag feiern sie weiter im Kreise der Familie. Und zusammen mit allen Verwandten wird der (geweihte) Kulitsch oder Osterbrot angeschnitten.

Schnell entwickelte sich daraus eine Art Volksfest, so dass bis heute viele Menschen, ob gläubig oder nicht, zum Friedhof spazieren und dort ein Picknick mit Kulitsch, Pascha und Ostereiern veranstalten. Viele sitzen auch auf den Friedhofsbänken und füttern Vögel mit ein paar Brotresten.

Zu Ostern grüßen sich die meisten Russen mit den Worten "Che-We" (XB). Auch Kirchen und das russische Ostergebäck werden mit den Buchstaben XB verziert. 

Die kyrillischen Buchstaben XB ist Abkürzung und kommt aus dem Kirchenslawischen. XB steht für "Christus woskres" (Kirchenslawisch: "Христос воскресе") – was soviel bedeutet wie "Christus ist Auferstanden." Diese Wörter stehen oft auf Postkarten. So was, wie "Frohe Ostern!" werden Sie kaum auf den russischen Osterpostkarten finden.


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